Bódvalenke   "Sehen und gesehen werden"
Die Fortsetzung des Projekts
Nach Umsetzung der Projektphase I kann sich Bódvalenke dem bereits bestehenden Programm Historientalanschließen, das auf die komplexe Entwicklung der Tourismusdestination Aggtelek-Edelény abzielt. DasKonzept:„Das Programm begreift das Bódva-Tal samt Seitentälern mit seinen natürlichen und historischen Wertenals komplexe touristische Attraktion. Neben dem Hauptbewerber werden im Weg der geförderten Partnersieben Ortschaften einbezogen und durch die thematische Straße weitere 22 Ortschaften, die gemeinsamdas Kerngebiet des Historientals bilden. Der Zusammenschluss bezweckt, Besuchern durch Bündeln deshistorischen Erbes und Beleuchten von verschiedenen historischen Epochen her einen Einblick in frühereZeiten, eine Art Zeitreise zu ermöglichen. Begünstigt wird diese Erfahrung durch ein Mix aus stilgerechtrenovierten Gebäuden, Ausstellungen mit interaktiven Elementen, Programmen zum Mitmachen, Veranstaltungen,zeitgenössischen Kostümen, gastronomischen Spezialitäten und Souvenirs.Das Konzept des Historientals kann zwecks Bündelung des kulturellen touristischen Angebots auf die gesamteTourismusdestination Aggtelek-Edelény ausgedehnt werden.”Die Einbindung in dieses Programm kann gegenseitig vorteilhafte Synergien erzielen.Nachfolgend die geplanten Hauptaktivitäten der zweiten Projektphase, die aus Fördermitteln finanziert werdensoll: die gemeinsam mit dem Nationalpark Aggtelek angestrebte touristische Erschließung des Moors,das sich im Gemeindegebiet von Bódvalenke erstreckt (Erstellung von Lehrpfaden, Gehbrücken, Rastplätzen),die Kanalisation, die Renovation und anschließende Bemalung weiterer 20-25 Häuser des Dorfes unterEinbeziehung von Roma-Künstlern aus Ungarn und dem Ausland.Steht die Basisinfrastruktur einmal vollständig bereit, soll in der Projektphase III die Bemalung der verbliebenenHäuser und die Weiterentwicklung des touristischen Angebots im Mittelpunkt stehen, nebst derOrganisation kultureller Programme und Kunstlager usw.

Durchführbarkeit und NachhaltigkeitDas gesamte Dorf hat sich das Projekt zu Eigen gemacht. Nach dem einschlägigen Beschluss des Gemeinderatesvom 5. März 2009 stellte sich auch die Dorfversammlung vom 13. März 2009 einstimmig dahinter.Derzeit organisieren die Menschen von Bódvalenke Arbeitsbrigaden und es wird diskutiert, wer welcheAufgaben und wer die Verantwortung für verschiedene Arbeitsbereiche übernimmt, und sie denken laufendan die Aktivitäten, die sich verwirklichen lassen.Die Umsetzbarkeit des Projekts hängt weitgehend davon ab, ob sich das Startkapital für das Projekt imFrühjahr 2009 ergibt. Eine Bewerbung um Fördermittel erscheint naheliegend, doch in der ersten Phasespricht dem entgegen, dass die Ortsgemeinde nicht in der Lage ist, die nötigen Eigenmittel aufzubringen,und das Bewerbungen sehr langwierig sind. (Eine erste Möglichkeit würde sich im Mai eröffnen, die Bewertungnimmt 3-4 Monate in Anspruch, der Vertragsschluss dauert 2-3 Monate und bis zur Auszahlung könnenweitere Monate vergehen. Im Weg einer Bewerbung käme man also erst im nächsten Jahr zu Mitteln.) Ausfolgenden Gründen ließe sich das Projekt diesen Frühling in Angriff nehmen:

Gesellschaftspsychologische Gründe:Das Projekt ist nur denkbar, weil die Leute von Bódvalenke es unterstützen. Derzeit glauben sie daran, dasses zu Veränderungen kommen wird, dass sie Arbeit bekommen und die Chance auf ein menschenwürdigeresLeben. Versprochen wurde ihnen freilich schon viel. Wenn es nicht gelingt, kurzfristig mit der Arbeit zubeginnen, werden sie das Gefühl haben, dass ihnen schon wieder jemand etwas weismachen will.Dieses Projekt verlangt allen Teilnehmern viel Anstrengung ab. Es ist sehr wichtig, dass wir gegen Ende desSommers dahin kommen, dass sich schon ein erster kleiner „Lohn“ dieser Anstrengungen abzeichnet. Dies,um die Begeisterung und die Verpflichtung der Sache gegenüber längerfristig aufrecht zu erhalten. (DieseMenschen haben sehr lange immer nur in den Tag hinein gelebt, in ihrer Situation geht es um’s Überleben.Da ist kein Platz für das Setzen von Zielen. Ihrer Erfahrung nach macht Planung keinerlei Sinn, da seit Generationenohnehin nie jemandem etwas gelingt.)

Wirtschaftliche Gründe:Im Lauf der Umsetzung des Projekts können wir heuer auf das Programm „Weg zur Arbeit“ setzen, d. h.öffentliche Arbeit kann eine entscheidende Rolle bei der physischen Projektausführung spielen (das Projektbedeutet Arbeit für praktisch alle arbeitsfähigen Erwachsene des Dorfes). Gelingt es nicht, das Projekt zustarten, bleibt diese Möglichkeit ungenutzt.Mit Blick auf die Nachhaltigkeit geht das Projektmanagement davon aus, dass heuer aufgrund der Schwächeder Landeswährung Forint das Pendel zugunsten des inländischen Tourismus ausschlägt – dass einbeträchtlicher Teil jener, die den Urlaub zuletzt gerne im Ausland verbracht haben, heuer im Inland bleibt(aber sich den Urlaub noch leisten kann). Die Region Aggtelek dürfte hier zu den Nutznießern gehören. DieAnnahme erscheint vernünftig, dass sich eine Anzahl von Gästen gerne einen Abstecher nach Bódvalenkegönnen, das 10 km von der Abzweigung nach Aggtelek liegt, um sich eine derart interessante Sehenswürdigkeitnicht entgehen zu lassen – zumal wenn professionelle Marketingtätigkeit die Destination stützt (Internetpräsenz,Zusammenarbeit mit dem Nationalpark Aggtelek, mit Reisebüros, Wanderervereinen usw.). Eskann davon ausgegangen werden, dass die Einführung dieses „Produkts“ schon heuer erfolgreich begonnenwerden kann, insofern bis Ende Juli die erste Hausgruppe mit Gasthaus und Werkstatt wenigstens soweitfertig wird, dass es eine Basisinfrastruktur für den Empfang von Gästen gibt. Im nächsten Jahr dürfte es umdie Erfolgsaussichten weniger gut bestellt sein, weil sich im Jahr 2010 aller Voraussicht nach die Krise dieKaufkraft der Ungarn wesentlich stärker beeinträchtigt. Aus diesem Grund – und weil aus budgetären Gründendie staatliche Stützung von Urlaubsschecks und Dorftourismus gestrichen wird – wird der Inlandstourismusebenfalls schrumpfen und auch die Region kriegt weniger von der kleineren Torte ab. Unter solchenBedingungen wäre die Markteinführung eines unbekannten Produkts ungleich schwieriger. Sollte sich derRuf von Bódvalenke bereits heuer ausbreiten, ist viel wahrscheinlicher, dass auch später Besucher in größerenMengen den Weg hierher finden.

– Auswirkungen des Krisenmanagements: Die angedachten Maßnahmen sind im Detail noch nicht bekannt,doch kann davon ausgegangen werden, dass die zu erwartenden Restriktionen diejenigen am stärksten treffen, die schon am Boden sind. In Bódvalenke leidet die Mehrheit der Bevölkerung gegen Monatsende ohnehin an Hunger und Entbehrungen. Ergeben sich keine Arbeitsmöglichkeiten, die anstelle der (verkürzten)Sozialgelder, Familienbeihilfen usw. treten, können die Folgen schwerwiegend sein.
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